Es ist Samstagabend, ich sitze im frisch bezogenen Bett und im Ohr pocht noch leicht die Mittelohrentzündung der letzten Tage. Ich könnte mich jetzt weiter in meine Äthiopien Doku’s vertiefen und mir unsere Zukunft ausmalen… aber es gibt ein Thema, das mir so sehr auf der Seele liegt – ich muss es einfach schreiben! Ich habe letztens schon über die Angst vor dem Mutter werden geschrieben, und es liegt mir dazu noch etwas auf dem Herzen: Die (irreführende) Hoffnung hinter dem Kinder kriegen.

Immer wieder habe ich persönliche Gespräche oder bekomme über Instagram Nachrichten, mit Fragen, ob das Mutter-Dasein, denn wirklich so schön ist, wie es bei mir aussieht. Frauen erzählen mir, dass sie Angst davon haben, Kinder zu bekommen und andere Mütter fragen sich, ob sich nur ihre Kinder so viel streiten. Und ich antworte mit „Ja und Nein.“ Nein, meine Kinder sind nicht immer so friedlich, wie in den Instastories. Aber während eines Wutausbruchs ist mir noch nie die Idee gekommen, jetzt mal schnell ein Video zu machen – da habe ich alle Hände voll zu tun. Es gibt ihn, den Stress, die schlaflosen Nächte, die zweitausend-fünfundzwanzig Streitereien um das eine Schleichtier, Stress mit meinem Mann, wer nachts aufsteht und wer morgen aufsteht und wer abends ins Bett bringt. Und: Ja, es ist wirklich wunderschön! Ich bereue keine Minute, Mutter zu sein! Es ist eher so, dass ich mich frage, ob ich jemals freiwillig wieder damit aufhören werde, Babies zu bekommen. Ich empfinde es als ein so großes Privileg, diese kleinen Menschen so sehr prägen zu dürfen, ihnen beim Großwerden zuzusehen und sie durch dieses wilde, abenteuerliche Leben zu begleiten. Ich will nie wieder zurück!

Aber haben meine Kinder mich glücklich(er) gemacht?

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Kinderglück ist ein Mythos

Es werden wohl nicht nur mir, sondern auch im Netz immer wieder die gleichen Fragen gestellt. Google hat da anscheinend jede Menge Meinungen zu. Spektrum ist der erste Artikel, der mir vorgeschlagen wird. Dort wird gesagt, viele Menschen können sich heute ein Leben ohne Kinder vorstellen und statistisch gesehen würden uns Kinder tatsächlich nicht glücklich machen. „Wie sich die Lebenszufriedenheit von Eltern entwickelt, hängt aber unter anderem vom Einkommen, vom Alter und von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab.“ Es liegt also in den Händen der Politik, ob Kinder ihre Eltern glücklich machen?

In diesem Artikel sagt eine Psychologin, dass Eltern mehr und langfristigere Sorgen haben als andere Menschen. Die Hauptgründe, sich gegen eigene Kinder zu entscheiden seien die Angst vor dem sozialen Abstieg und davor, das Leben nicht mehr so genießen zu können, wie vorher. Dieser Angst wird dann am Ende des Kapitels das Glücksgefühl morgens am Bett deines niedlichen Kindes zu stehen, entgegengesetzt. Also, sind es unsere Gefühle die uns glücklich machen?

Ich lasse mich weiter durchs Netz treiben und finde dieses Zitat auf der Schweizer Seite Femelle: „Eine Studie von kanadischen Psychologen belegt, dass Eltern keineswegs immer happy sind. Im Gegenteil: Elternglück sei ein klassischer Fall von Selbstbetrug. Junge Eltern sind laut der Studie unglücklicher als kinderlose Paare ihres Alters. Im Bestreben, das eigene Unglück zu vertuschen, reden sich Eltern jedoch vehement ihr vermeintliches Kinderglück ein. Und dem Rest ihres Umfeldes gleich mit.“ Elternglück sei teuer, Kinderglück ein Mythos und Kinder belasten die Beziehung der Eltern.

Und dann müssen wir nicht lange warten, bis Bücher mit Titel wie „Regreting Motherhood“ (Mutterschaft bereuen) auf den Bestsellerlisten stehen und sich viral im Netz unter dem Hashtag #regretingmotherhood verbreiten. Ist das wahr? Alles eine Traumblase diese Sache mit dem Mutter werden? Machen uns Kinder wirklich nicht glücklich? Und werden wir sie eines Tages tatsächlich bereuen, wenn wir wirklich einmal ehrlich zu uns selbst sind?

 

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Ich bin nicht glücklicher, weil ich Kinder habe

Und ich höre mir das an und muss zustimmen. Es ist richtig: Meine Kinder haben mein Leben nicht glücklich gemacht. Sie sind tatsächlich teuer und sie haben ganz neue Erschöpfung und Konflikte in meine Ehe gebracht. Und wenn ich Morgenmuffel am Wochenende morgens am Bett meines Sohnes stehe, der mich aus dem Schlaf geholt hat, beiße ich mir auf die Zunge und trage ihn wortlos in mein Bett in der Hoffnung, er lässt mich wenigstens noch in Ruhe aufwachen und will nicht gleich „aber jetzt Mama, bittee!“ Playmobil mit mir spielen. Nein, ich bin nicht glücklich, weil ich Kinder habe – ich war es vorher schon.

Als ich mich entschieden habe Mutter zu werden, hatte ich größten Respekt vor dieser Aufgabe. Vielleicht war ich auch irgendwie durchs Babysitten vorbereitet? Ich hatte eine vage Ahnung, dass das wofür ich mich da entschieden hatte, zu großer Selbstaufgabe führen würde. Ich hatte Angst, denn ich war mir nicht sicher, ob ich nicht viel zu egoistisch bin, um Mutter zu sein. Und ich wollte trotzdem Mutter werden. Denn ich war überzeugt, das das der richtige Weg ist – mein Weg. Mein Leben soll sich nicht nur um mich und meine Bedürfnisse drehen. Mein Leben soll sich, so viel es mir möglich ist, um andere Menschen drehen und ich möchte mit allem was ich habe, eine Freude für andere Menschen sein. Das ist ein hohes Ziel – ich weiß. Ich bleibe weit hinter meinen eigenen Ansprüchen zurück – ich weiß. Aber ich weiß auch, dass das mein Weg ist, glücklich zu werden. Egoismus macht niemanden glücklich! Konsum, Erfolg, Geld, Parties, Stautsymbole, Instagramaccounts voller Highlights … geben wir es doch zu: Nichts davon macht uns wirklich glücklich. Geben macht glücklicher als Nehmen – davon bin ich überzeugt.

„I have found the paradox, that if you love until it hurts, there can be no more hurt, only more love.“

– Mother Teresa

Aber sowas von. Und deshalb schreibe ich diesen Artikel und ich komme gerade erst richtig in Fahrt… All diese Dinge machen uns nicht glücklich. Das sage nicht nur ich, Jesus und die Bibel, sondern auch die Autorin von „Top Five Regrets of the Dying“ (Fünf Dinge, die Sterbende bereuen). Und nun, nachdem uns all diese möglichen Glücksbringer immer noch nicht das vollendete Glück gebracht haben, sollen Kinder endlich den ersehnten Frieden bringen. Und mein Herz bricht.

Mein Herz zerbricht unter der Last, die ich auf den Schultern dieser Kinder spüre. Sie kommen in die Welt, werden schon in der Schwangerschaft auf Mark und Bein geprüft, dann gleich nach der Geburt in niedliche Strampler gesteckt und zu diversen Familienshootings herausgeputzt. Sie kommen in den Kindergarten und in die Schule, wo entsprechend unserer Leistungsgesellschaft direkt ausgesprochene und unausgesprochenen Erwartungen an sie gestellt werden. Unsere Kinder sollen groß und stark und klug werden aber ganz individuell bleiben und dann on top of this little list, sollen sie ihre Eltern glücklich machen. Sie sollen diesen hungrigen und müden Elternseelen geben, wonach sie sich so lange schon sehnen: Zufriedenheit. Und unterschwellig brodelt die Angst: „Wenn mich meine Kinder nicht glücklich machen – wer dann?“ und was sagt es einer kleinen Kinderseele, wenn sie den Eindruck nicht los wird, dass sie ihre Eltern enttäuscht hat und nicht die Erwartungen und Hoffungen erfüllen konnte?

Und mein Herz bricht. Auch für uns Mütter und Väter und für unsere Sehnsucht. Und für all die Opfer die wir bereit waren zu bringen, um endlich glücklich zu sein und es bricht über all dieser Enttäuschung, die wir uns nicht eingestehen wollen. Wie wir versuchen weg zu reden und weg zu fotografieren und weg zu posten, dass unsere Kinder uns tief im innersten enttäuscht haben und uns nicht das ersehnte Glück gebracht haben.

„We break open, so the light get’s in.“

– Ann Voscamp

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Kinder dürfen uns nicht glücklich machen!

Wann immer wir einer Sache oder einem Menschen die Macht – und damit die Aufgabe – geben, uns glücklich zu machen, belasten wir in mit einer Verantwortung, der er niemals gerecht werden kann. Denn dazu sind wir Menschen nicht da. Dazu ist Jesus da.

Google mal „Kinder Burn Out“. Das darf doch nicht sein! Und ja, sicher liegt das in großes Teilen am Schulsystem und all diesen Dingen, aber ich glaube all das alles liegt begründet in einer falschen Erwartung, die unsere Kinder sozusagen mit der Muttermilch aufsaugen: „Mach mich bitte, bitte glücklich!“

Aber wenn wir unsere Kinder (ganz sicher oft unterbewusst) dafür verantwortlich machen, uns glücklich zu machen, macht das nur eins: Unsere Kinder kaputt. Denn wir sind hier für sie. Wir Mütter sind diejenigen die Geben – ohne Gegenleitung. Wir sind die, die Lieben – bedingungslos. Wir sind die, die trösten – immer und immer wieder. Wir sind die, die nachts aufstehen und Rücken kraulen, und Monster verscheuchen und Ängste wegkuscheln – ohne Vorwürfe. Wir sind gemacht um unsere Kinder glücklich zu machen. Wir sind für sie geschaffen. Wir sind erwachsen und sie sind abhängig. Und wir dürfen beginnen zu lieben. Und immer und immer weiter zu lieben.

„Denn es sollen nicht die Kinder den Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern den Kindern.“

– 1 Korinther 12:14

 

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Glückliche Frauen haben glückliche Kinder

Die Therapeutin Gabriele Blankertz schreibt: „Am dringendsten brauchen Kinder glückliche Eltern, damit sie selbst glücklich sein können und damit sie ein positives Vorbild haben, das sie ins Leben führt und nicht etwa abschreckt. (…) Die Verantwortung der Eltern ist es daher, sich darum zu kümmern, selbst glückliche Menschen zu werden.“

Ich wünsche mir so sehr, dass wir eine Generation werden, die das schafft: glücklich zu sein – ohne Kinder. Damit wir mit Kindern immer noch glücklich sein können. Ich glaube, Eltern werden nicht auf Grund von Hormonen oder Familienpolitik, kostenlosen Kita-Plätzen oder einem Blick ins morgendliche Kinderbett glücklich. Ich glaube Eltern werden auf Grund von Charakter glücklich. Und der erste Schritt ist, aufzuhören zu fragen, ob uns Kinder glücklich machen. Denn das ist und war niemals das Ziel! Was wenn das große, globale Ziel vom Mutter werden, ist mehr zu dem Menschen zu werden, zu dem wir geschaffen wurden? Was, wenn das was wir als Mütter lernen so essentiell wichtig für uns und unsere Gesellschaft ist? Was wäre, wenn wir das nirgendwo sonst auf dem Planeten lernen können? Was wäre, wenn das Ziel vom Mutter werden ist, über unsere Grenzen hinaus zu wachsen und über die Fehler unserer Kinder hinaus zu lieben? Was wenn das Ziel vom Mutter werden ist, den Egoismus in unserem Leben kleiner werden zu lassen? Was könnte passieren, wenn wir dadurch lernen uns selbst nicht so wichtig zu nehmen? Und was wäre, wenn dieser Gedanken nicht mehr beängstigend, sondern befreiend wäre?

 

Ein neues Ziel

Was wäre, wenn wir Jesus durchs Mutter-Werden ähnlicher werden? Was wenn wir mehr verstehen, was es bedeutet bereit zu sein, unser Leben für jemanden anderen hinzugeben? Was wenn das Ziel vom Mutter werden nicht ist, happy sondern heilig zu werden? #motherhoodissanctifying schreibt die sechsfache Mutter Ruth Chou Simons immer und immer wieder. Und ich glaube, hier kommen wir der Sache auf die Spur.

Ich weiß gar nicht richtig, wie ich das in Worte fassen soll. Wie kann man etwas beschreiben, dass so viele Opfer kostet und das ich dennoch niemals bereue?

Wie kann man beschreiben, dass die zwei schmerzhaftesten Momente meines Lebens auch die zwei besten waren? Wir kann man beschreiben, wie erfüllend es ist, über sich selbst hinaus zu wachsen um jemandem anderen den Weg ins Leben zu bahnen? Wie kann man Worte dafür finden, wie gut es tut, immer und immer wieder das eigene Schlafbedürfnis hinten an zu stellen, damit ein anderer Mensch sich sicher und geborgen fühlt? Wie kann man erklären, dass man ausgiebige Brunchsessions gegen ausgekippten Milchschaum und vollgeschmierte Marmeladenhände austauscht? Wie soll man Worte dafür finden, dass man sich freiwillig mehr und längerfristige Sorgen ins Leben holt? Wie ist es möglich, dass wir das nicht bereuen? Wer kann das erklären?
Und ich merke, das kann wohl nur die Liebe.

 

Love never gives up. Love cares more for others than for self. Love doesn’t want what it doesn’t have. Love doesn’t strut, Doesn’t have a swelled head, Doesn’t force itself on others, Isn’t always „me first,“ Doesn’t fly off the handle, Doesn’t keep score of the sins of others, Doesn’t revel when others grovel, Takes pleasure in the flowering of truth, Puts up with anything, Trusts God always, Always looks for the best, Never looks back, But keeps going to the end. Love never dies.

– The Message Bible, 1 Corinthians 13

 

Ich glaube Sinn und Ziel unseres Lebens ist, zu Lieben. Auch wenn ich vorhin – vielleicht auch um mich weniger angreifbar zum machen – geschrieben habe, das der Weg Richtung Selbstlosigkeit mein persönlicher Weg ist, bin ich eigentlich überzeugt, dass das der einzige Weg ist. Für uns alle. Es ist der einzige Weg zu tiefer, glücklicher Mutterschaft. Und der einzige Weg zum echten Glück unserer Kinder.

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Es kostet mich ein bisschen Mut, diese Worte zu veröffentlichen. Ich bin unsicher, ob ich verstanden werde und ob die Botschaft, die mir so auf dem Herzen liegt auch andere Herzen beschäftigt. Und ob ihr zu ähnlichen Schlüssen kommt, wie ich oder anderer Meinung seid? Deshalb würde ich mich total über Kommentare und eure Gedanken dazu freuen!

Andere Artikel zu diesem Thema: Was hinter der Angst vor dem Mutter-Werden wartet // Warum ich aufhörte mein Kind zu lieben // Glücklich sein trotz Schlafmangel. Geht das? // Woher unser Glück kommt: Ein Blick nach innen // Wie Mama-Sein mein Christ-Sein verändert hat.

36 Antworten auf „Hand aufs Herz: Darf Kinder kriegen uns glücklich machen?

  1. Sehr berührend der Text und für unsere Generation wirklich hochaktuell. Mich hast du getroffen und regst mich zum nachdenken an. Einiges war mir so noch nicht bewusst und auf jeden Fall lenkt es das wesentlich wieder in den Fokus

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  2. Vielen Dank für deinen Mut und diese Worte. Mein Herz bricht auch manchmal in Gesprächen mit Müttern. Vor einigen Tagen begriff ich endlich, was für Momente das sind: Wenn wir über unsere Kinder lästern, die Herausforderungen unseres Mamaseins und unsere eigenen Grenzen auf die Schultern unserer Kinder schieben: Weil sie so unglaublich stur sind, weil sie ganz schlimme Trotzphasen durchmachen, weil sie schlechter Schläfer sind… und eigentlich sagen wir damit unserem Kind: Mit dir habe ich ein schlechtes Los gezogen. Aber wenn wir ehrlich wären, sind WIR stur, trotzig und unausgeschlafen. Weil wir mit überhöhten Erwartungen in die Mutterschaft einsteigen – einerseits an uns als Mütter, aber eben auch an unsere Kinder.
    Danke für die Inspiration!

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  3. Ich ertappe mich immer wieder mich runterziehen zu lassen von Trotzphasen und schlaflosen Naechten. Dein Text hat mich berührt. Und es ist wahr es lohnt sich seine Zeit den Kindern zu geben. Sue brauchen ihre Eltern und wir sind diejenigen die sie praegen. In der Perspektive Gottes ist dies eine Wunderbare Aufgabe. Und ja um heilig zu werden. In dem Momenten wo es schwer ist sehr schwierig, das sind die Momente wo wir wachsen.
    Danke fuer deinen Beitrag.

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  4. Ehrlich gesagt, hab ich mir solche Gedanken noch garnicht gemacht. Ich bin ans Mamasein relativ ’naiv‘ rangegangen… 😉 Aber ich kann deine Worte sehr gut nachvollziehen!
    Ich habe sechs Kinder. Und mit jedem Kind hat Gott mir mehr gezeigt, was es bedeutet zu lieben und geliebt zu werden! Das ist die größte Herausforderung und der größte Segen meines Lebens.
    Deine Worte finde ich unglaublich wertvoll!
    ‚Jesus ähnlicher werden durchs Mutter-werden‘ das finde ich einen total spannenden Gedanken, den ich weiterdenken werde… DANKE!

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  5. Ich habe ganz viele interessante Gedanken in deinem Beitrag gefunden. Danke dafür! Ich bin eingentlich ziemlich froh, dass ich noch sehr jung ins Muttersein „hineingestolpert“ bin. Gott hat seit dem sehr an mir gearbeitet, ich habe viel gelernt und bin auch beim fünften Kind noch dabei. Ja, ohne Kinder wäre das Leben ruhiger, vielleicht oft einfacher, und klar, mehr Geld wäre auch übrig. Aber ich glaube an die Zusage, die Gott uns gemacht hat: Die Kinder sind ein Geschenk von ihm, eine Gabe, ein Segen. Und wenn das so ist, dann ist auch das ganze Paket aus Lärm, Stress, Müdigkeit, Sorge, das eben auch dazu gehört, irgendwie wohl gut für uns 🙂 Ich bin glücklich, weil Gott mich beschenkt hat. Dankbar, dass er mir diese große Aufgabe zutraut. Glücklich und dankbar, weil er jeden Schritt mitgeht… und wir hatten wirklich schon schwierige Wege… Ich musste schmunzeln als ich las, dass du wohl nicht aufhören könntest Babys zu bekommen 🙂 Witzigerweise war mein Kinderwunsch mit dem fünften Kind auf einmal weggeblasen. Es fühlt sich stimmig an, komplett. Klar, was Gott noch so vorhat, weiß ich nicht (ich hab auch nach dem dritten Kind schon mal alle Kindersachen verschenkt gehabt…), aber auch da finde ich seine Führung einfach toll. Alles Gute für dich und deine Familie, liebste Grüße von Martha

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  6. Die Gedanken sprechen mir aus dem Herzen! Danke dafür!
    Eine Frage, ich hab den Bibelvers hier nachgeschlagen:
    „Denn es sollen nicht die Kinder den Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern den Kindern.“
    – 1 Korinther 12:14
    Kann das sein, dass du eine andere Stelle meintest? Da geht’s ja um „Ein Leib, viele Glieder“ usw.
    Viele Grüße,
    Julia

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  7. Wow, ich unterschreibe alles was du hier schreibst, es bewegt mein Herz ebenso und ermutigt mich meine eigenen Gedanken weiterzuführen! Bitte, bitte sei weiterhin mutig das was dich beschäftigt zu veröffentlichen – genau das braucht die Welt!

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  8. Mann und Frau wünschen sich Kinder um das System: „TEILE UND HERRSCHE“, aufrecht zu erhalten (das System der Selbstzerstörung), bezüglich des Teilens ist das Kind nämlich das Spaltkeil zwischen Mann und Frau, welches beide voneinander trennt. Nein, eine Frau ist nicht dazu da Mutter zu werden, dies ist eine Erfindung der Kirche, die absolut nichts mit Gott zu tun hat. Wird die Sexualität zwischen Mann und Frau geistig logisch erkannt, so ist sie ein Gesundheitssystem für beide, und das ohne schwangerschaftliche Risiken und Nebenwirkungen. Wer mehr darüber erfahren möchte, der studiere aufmerksam den nachfolgenden Blog: http://upvs.wordpress.com

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  9. Ich danke dir für diese wunderbaren Worte.

    Du hast meine Gedanken strukturiert und in Worte gefasst. Immer wieder muss ich mich erklären. Erklären, warum ich so lange meine Kinder stille, warum ich sie so oft im Tragetuch hatte, warum mein Mann und ich uns dazu legen zum Einschlafen, warum ich sie nicht für einige Tage alleine mit dem Vater lasse und einen Mädelsurlaub mache usw. Die Antwort ist die Liebe zu meinen Jungs. Sie sind klein und brauchen mich als Mutter jetzt. Jetzt möchte ich für sie da sein. Jetzt brauchen sie Nähe, Vertrauen, Liebe, Geborgenheit, um Freiheit, Selbstbestimmung und Hoffnung zu leben. (Goethe nannte es „Wurzeln und Flügel“.) Und wenn sie größer sind, werde ich ausschlafen, mit Freundinnen reisen und andere Dinge ohne sie machen. Ich bin ein positiver Mensch und Glück sowie Liebe sind schon immer in mir. Ich hatte eine wunderbare Kindheit, eine schöne Jugend und hab so viel erlebt, gefeiert und von der Welt gesehen. Jetzt darf ich mich um andere kümmern – um meine Jungs – und ich nehme mich nicht so wichtig – das ist gut so. Wenn doch alle Menschen die Liebe über alles stellen würden… Dankbar über die Aufgabe als Mutter! Meine Liebe ist gewachsen.

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  10. Danke, dass du den Mut aufgebracht hast diese Zeilen zu formulieren und öffentlich zu machen! Sie sind so wahr. Unsere Erwartungen an unsere Kinder sind unrealistisch und ihnen gegenüber unfair. Kinder zu kriegen in der Hoffnung, dass sie die Ehe wieder enger zusammen bringen oder uns Eltern glücklich machen ist nicht nur ein Trugschluss für die Ehe selbst, sondern bringt zusätzlich Schierigkeiten für Ehe und Familienbildung. Es bricht mir das Herz, wenn ich erfahre, dass Ehen kaputt gehen, weil sie der Belastung nicht stand gehalten haben nachdem die Kinder kamen. Und so anstrengend Kinder tatsächlich sind und es uns und unsere Ehen an unsere Grenzen bringt, sind es doch nicht die Kinder an sich, die eine Ehe kaputt machen. Das ist nur der Versuch die Verantwortung auf die Kleineren und Schwächeren abzuwälzen. Die Lebensphase mit Kindern bedeutet eine Neusortierung auch für die Ehe, eine neue Ordnung der Prioritäten, eine neue Herausforderung die es gilt gemeinsam zu meistern und das aber in einem ständigen Lernprozess. Und so sehr ich manche ausgelaugte und am Limit befindenden Tage habe, so sehr bin ich dankbar für drei wunderbare Töchter und ich bin überglücklich sie zu haben. Glücklich sein ist gemeinsam ohnehin schöner. So genug, ich könnte noch ewig weiterschreiben. Sehr wichtiges Thema wie ich finde! Danke dir dafür, dass du es aufgreifst.

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  11. Danke dir sehr für diesen Text!

    „If you want to bring happiness to the whole world, go home and love your family.“
    – Mother Teresa –

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  12. Ich stimme dir total zu, dass Kinder nicht die Aufgabe tragen Eltern glücklich zu machen. Es ist tatsächlich die Verantwortung der Eltern für sich selber zu sorgen. Da wünsche ich allen, dass sie die Liebe und die Vergebung Gottes kennen lernen dürfen und sich als Kind Gottes wertvoll fühlen!

    Trotzdem hat es mich unheimlich glücklich gemacht, Mutter zu werden! Und bevor ich das durfte, hat mir mindestens ein Stück Glück und Zufriedenheit gefehlt. Ich hab einfach gemerkt, dass das eben genau mein Weg im Leben ist, den ich gerne gehe. Und nehme mein Kind und die Aufgaben als Mutter als ein wunderbares Geschenk Gottes an!

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  13. Tiefe und wichtige Gedanken hast Du uns da mitgegeben, vielen Dank! Ich bin mir sicher, dass ich noch viel zu oft erwarte, dass meine Kinder mich glücklich machen, weil ich sie mir schon immer so gewünscht habe. Aber ich merke auch, dass die Momente am glücklichsten sind, in denen ich ganz ich bin und mich bedingungslos auf sie einlasse. Ich nehme Deinen Text zum Anlass, mich noch einmal richtig zu reflektieren. Lieben Gruß, Sophia

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  14. Mich hat dein Satz „Aber wenn wir ehrlich wären, sind WIR stur, trotzig und unausgeschlafen“ voll bewegt… erst dachte ich: „Kann man das so sagen?“ aber dann wurde mir bewusst: Ja, das trifft auf mich selbst ganz oft zu. Ich bin bei den Kindern automatisch die stärkere und die deren Sichtweise immer „richtig“ ist. Aber dennoch sind meine Motive dafür, dass sie jetzt mal schneller machen sollen, besser schlafen, leiser spielen, weniger streiten sollen etc. häufig einfach purer Egoismus. Ich habe mir vorgenommen darauf mehr zu achten =) Danke für deine Worte

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  15. Vielen Dank für deine Kommentar und deine Offenheit! Ich finde es so spannend, wie unterschiedlich wir alle diese Worte auf unser Leben anwenden. Ich fahre zum Beispiel schon lange und öfter übers Wochenende weg und habe gar nicht so lange gestillt und getragen usw. Wir geben unseren Kindern glaube ich viel von den Flügeln und weniger von den Wurzeln, wenn man es so sieht. Aber umso wichtiger ist es mir eben, dass sie in ihrer Beziehung zu mir sichere Wurzeln haben und wissen, dass sie bei mir bedingungslos und ihre Erwartungen angenommen sind. Ich finde es toll, dass du dir so viel zeit für deine Kinder nimmst und wünsche Dir innere Stärke und Mut deinen Weg als Mama zu gehen =)

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  16. Deine Worte „…sind es doch nicht die Kinder an sich, die eine Ehe kaputt machen. Das ist nur der Versuch die Verantwortung auf die Kleineren und Schwächeren abzuwälzen“ haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Wow! Ja, es stimmt so sehr. Ich finde es toll, dass wir hier so ehrlich miteinander sein können und es uns auch erlauben uns mal auf den Prüfstand zu stellen. Irgendwie müssen wir das ja, unsere Kinder werden das ja erst können, wenn sie viel größer sind …

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  17. Naja, was heißt, wie ich wollte… Zwei wollte ich eigentlich ursprünglich 🙂 Und dann konnten wir uns noch eins vorstellen… und dann noch eins… und noch eins. Hätte mir am Anfang jemand gesagt, dass ich mal fünf Kinder habe, ich hätte gelacht wie die biblische Sarah 🙂 Ich wünsch dir jedenfalls alles Gute und finde es einfach wunder-, wunderschön, wenn Frauen sich nach zwei Kindern noch ein (zwei, drei, vier, fünf…) weitere vorstellen können ❤ Wie viele dann wirklich noch kommen hängt natürlich von verschiedenen Umständen ab, das ist klar. Es hat bei uns einfach gepasst 🙂 Vielleicht hast du ja Lust, einen Beitrag zu dem Thema auf meinem Blog zu lesen (mein erster!) https://familienlebenmitgott.wordpress.com/2017/02/23/ihr-kinderlein-kommet-aber-wie-viele/ Liebste Grüße, Martha

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  18. Ich wollte mein Leben lang unbedingt Kinder haben, vielleicht auch gerade deshalb, weil mein Elternhaus eine hinter einer schicken Fassade verborgene Katastrophe war. Ich hatte alles, wirklich alles darauf ausgerichtet: Job, Partnerschaft, Haus, Garten. Selbst bei der Hecke hatte ich darauf geachtet, dass sie nicht giftig ist und dass die Küchenzeile einen Blick zum Kletterbaum ermöglicht.

    Doch obwohl wir gesund waren, wurde ich nicht schwanger. Mit 37 zerbrach die Partnerschaft. Und mit 39 wurde ich schließlich krank, so dass Kinder nur mit Hilfe eines Partners möglich wären, der allerdings dann auch meine Erkrankung mittragen muss. Seit Jahren gibt es immer wieder Tage oder Wochen, in denen ich mich wie eine Versagerin fühle, die das Schönste im Leben verpasst hat.

    Schließlich habe ich Deutschland hinter mir gelassen, um in Afrika zu lehren und in Lateinamerika eine Hilfsorganisation für Kinder in einem Elendsviertel mitaufzubauen. Nein, ich weiß, das ist nicht das Gleiche wie ein eigenes Kind. Doch ich liebe diese kleinen Wesen, vor allem die Rabauken, die aus den schimmsten Familien stammen. Die am meisten Liebe brauchen. Ist diese Liebe bedingungslos?

    Vermutlich schon, denn um die in den Studien benannte „Investition in die Zukunft“ handelt es sich ja nicht. Und ja, das Gefühl, wenn sich so ein Kleines schmutziges Händchen in die eigene schiebt, von einem Mädchen in zerrupfter Kleidung, das gerade noch wild geschrien hat, dann ist auch das ein Gefühl, das sich schwer beschreiben lässt.

    Darf ein Kind glücklich machen? Mich machen diese Momente glücklich, weil ich glaube, etwas Sinnvolles zu tun, und ihr Leben etwas heller mache. Wenn ich dann jedoch lese, dass eine Frau ohne Kinder am Leben vorbeigelebt habe, verkrampft sich mir der Magen.

    Altersmäßig hätte ich noch die Zeit, meinen Partner und meine geliebte Bonustochterzu verlassen, meine Tätigkeit aufzugeben, nach Deutschland zu gehen, mir eine Samenbank zu suchen, und als instabile Mutter ein Kind ohne Vater aufzuziehen um das Schönste im Leben nicht zu verpassen oder ein sinnvolles Leben gelebt zu haben. Glücklich wäre ich sicher nicht.

    Ich hadere damit, keine Kinder zu haben, keine klassische Familienidylle. Doch ich glaube, mein Weg sollte einfach ein anderer sein. Selbstlosigkeit beinhaltete er auch. Und irgendwann schließe ich damit vielleicht auch Frieden.

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