Es ist soweit: Advent! Instagram ist voller schönes gebastelter Kalender und auch ich freue mich so sehr, über jedes Päckchen, dass meine Kinder morgens mit strahlenden Augen im Schlafanzug auspacken. Ich freue mich auf Plätzchen backen, Weihnachtslieder hören (und singen), auf Weihnachtsdeko (irgendwann nach dem Umzug), Tannenbaum und Geschenke einpacken.

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Doch im Moment habe ich manchmal das Gefühl, mein Leben würde mir durch die Hände gleiten. Das alles hier fühlt sich eigentlich so gar nicht weihnachtlich an… Ich sitze zwischen Umzugskartons und packe mein Leben in wenige Koffer. Ich lerne eine Sprache, von der ich bis vor einigen Monaten noch nicht einmal wusste und suche Wohnungen in einem Land, indem ich noch nie zuvor war. Ich kündige Jobs und kaufe im Winter Sommerkleidung für die Kinder auf Vorrat. Und das fühlt sich alles total wild an – nicht weihnachtlich und auch nicht gemütlich. Und um mich herum sind keine Tannenzweige und der Geruch von Nelken und Zimtsternen, sondern Staub und der Inhalt von fünf „Wühlschubladen“ mit einfach viel zu viel Kram… die Unordnung ist für mich schwer zu ertragen! Es ist eine innere und äußere Unordnung, die durch all diese vielen und großen Veränderungen durch mein Leben weht. Sie weht alles weg, was mit Sicherheit gegeben hat. Ich verliere die Kontrolle und manchmal bekomme ich Angst. Und in der Angst, mitten im Sturm treffe ich Jesus. Und er schläft. Seelenruhig. Mitten im Sturm.

Deshalb freue ich mich ganz besonders, mich in diesem Advent wieder ganz neu von der Bedeutung von Weihnachten überwältigen zu lassen: Gott wurde Mensch. Er kam den Menschen nahe, wurde greifbar und klein, verletzlich – einer von uns. Einer, der uns liebt und rettet und sich nicht zu schade war den Himmel geben eine Futterkrippe zu tauschen. Einer, der nicht an gemütliche Stunden dachte, sondern an ruhige Seelen. Einer der ignorant den Adventskranz mit Eukalyptus und roten Beeren (so wie es Instagram vorgibt) auf dem Tisch übersehen könnte, und anstatt dessen ganz tief in das Herz seines Gegenübers guckt um anzubieten, dort sein Licht scheinen zu lassen. Einer der kam, nicht damit es nach Keksen duftet, nach Weihnachten klingt und damit Geschenke unterm Baum liegen – sondern einer der kam, um Frieden zu bringen. Frieden, selbst wenn uns das Leben durch die Finger rinnt und alles anders kommt als geplant – wie bei Maria und Josef. Frieden, selbst wenn es nach Kuhmist riecht anstatt nach Plätzchen – wie im Stall. Einer, der friedlich in der Krippe liegt, obwohl ihm der Kaiser schon seit dem Tag seiner Geburt seinen Tod wünscht. Diese Gelassenheit würde er sein ganzes Leben hindurch beibehalten, so wie er ruhig in der Krippe schlummert, liegt er dreißig Jahre später in einem Boot mitten im Sturm. Mitten im Chaos, mitten im Trubel, mitten in der Angst und während andere um ihr Leben fürchten, schläft er fest und friedlich. Er bringt Frieden, der nicht von dieser Welt ist – auch in mein Leben.

I will honor Christmas in my heart, and try to keep it all the year.

– Charles Dickens

Und ich erinnere mich, dass der Sturm mein Leben nicht in der Hand hat – sondern der, der den Sturm gemacht hat. Deshalb brauche ich auch keine Angst mehr zu haben. ich darf mich mitten in den Sturm neben ihn legen und friedlich schlafen. Denn so sehr die Umstände sich auch verändern und egal, wie beängstigend das manchmal wirken mag: Jesus kam an Weihnachten um mir Frieden zu geben. Er kam nicht für Deko und Adventskalender und all diese Dinge… er kam für mich und meinen Seelenfrieden.

Ich darf innerlich ruhig werden, weil ich weiß, dass ich von ihm unendlich geliebt bin – egal was ich tue. Ich habe Frieden, weil ich weiß, dass mit ihm alles gut wird – egal was passiert. Mein Inneres kommt zur Ruhe, weil er mir Frieden direkt aus dem Himmel in mein Herz gelegt hat – egal, ob das unlogisch das klingt.

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Ja, ich möchte, dass meine Kinder Plätzchen backen und Weihnachtslieder hören und es soll auch noch irgendwann nach Tanne riechen. Und sie sollen sich auf den Adventskalender freuen und auf die Geschenke an Heilig Abend! Und wie! Doch, mehr als all das sollen sie den kennenlernen, von dem sie Frieden bekommen und der sie ruhig schlafen lässt, wenn irgendwann in ihrem Leben einmal ein Sturm tobt und sie im Chaos Angst bekommen. Deshalb habe ich in der Adventszeit einige kleine Traditionen eingeführt, die weniger auf vorweihnachtlichen Konsum und Programm und mehr auf das Herz hinter Weihnachten zeigen. Von einer habe ich euch schon erzählt: Unsere Bücherbox. (Achtung: Heute verlose ich bei Instagram das erste Buch aus der Box!) Und darüber hinaus werden wir in den nächsten vierundzwanzig Tagen jeden Abend versuchen, einmal als Familie zusammen kommen, eine Kerze anzünden, einen kindgerechten Teil der Weihnachtsgeschichte erzählen, ein Weihnachtslied singen und Jesus Danke sagen, dass er vor tausenden von Jahren zu uns gekommen ist, damit wir heute friedlich schlafen können. Diesen Teil von Weihnachten möchten wir uns als Familie – gerade in so stürmischen Zeiten – umso deutlicher, voller tiefer Dankbarkeit vor Augen malen. Und dabei leckere Kekse essen und uns vorstellen, es würde nach Tanne riechen.

Christmas is the perfect time to celebrate the love of God and family and to create memories that will last forever.

– Joel Osteen

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10 replies on “Advent: Was wenn es einfach nicht gemütlich ist?

  1. Super schön Sarah! Danke für diesen ermutigenden Blogpost! 🙂
    Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr diese Weihnachtszeit noch lange erinnern werdet: Bestimmt denkt ihr an die vielen To-dos, den Stress und die Veränderungen. Aber vielleicht werdet ihr im Rückblick auch feststellen, dass es eins der weihnachtlichsten Weihnachtsfeste überhaupt war, weil viel des Drumherums gefehlt hat und somit der Kern von Weihnachten umso deutlicher zum Vorschein kam. 🙂 Alles Liebe für euch vier! ❤

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  2. Danke Sarah😘Wunderschön&authentisch geschrieben. Wie schön es doch wäre,wenn wir uns alle zwischen all den To Do‘ s auf das Wesentliche fokussieren können.Auf den der heute noch wie vor tausenden Jahren Frieden bringt❤

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