und die Einladung, dir beim „Lass es leuchten“-Kongress 3.0 mehr dazu anzuhören

„Empfindest du eure Auswanderung nach Äthiopien tatsächlich als Scheitern?“ wurde ich letztens gefragt. Ja. Wir sind gescheitert. Wir hatten einen mehrjährigen Aufenthalt geplant. Hatten ein Projekt nicht nur starten sondern auch ins Laufen bringen wollen. Wir hatten Spendern und Partnern Ziele in Aussicht gestellt, die wir nicht eingehalten haben. Und je mehr ich meinen Frieden damit schließe, desto weniger muss ich das schön reden oder weg reden. Ich kann den Verlust beim Namen nennen.

Und ich kann mich immer besser davon distanzieren. Denn nicht unser Scheitern ist das was mein Leben langfristig belastet, sondern die Scham darüber, die ich mir auferlegt habe. Das Scheitern macht mich nicht automatisch lebenslang schuldig. Es ist schade. Wirklich schade und ein zu betrauernder Verlust eines Herzenswunsches und eines Lebenskonzeptes, das wir geplant hatten. Aber es ist geschehen. Das Scheitern ist längst vorbei, nur die Scham schafft es, meine Gegenwart damit zu beeinflussen.

Doch wenn ich der Scham ihre Macht nehme und den Verlust in der Vergangenheit verorte, so wie es der Realität entspricht, dann sehe ich nicht nur Scheitern, sondern sehr viel Erfolg. Denn allein das probieren, allein das Losgehen hat mir so viel beigebracht. Und vermutlich hat das Scheitern mich genau das gelehrt was ich gerade brauchte um leichter, freier und weiser durchs Leben zu gehen.

Brené Brown zitiert in ihrem Ted Talk:

„Es ist nicht der Kritiker, der zählt, nicht derjenige, der aufzeigt, wie der Starke gestolpert ist oder wo der, der Taten gesetzt hat, sie hätte besser machen können. Die Anerkennung gehört dem, der wirklich in der Arena ist; dessen Gesicht verschmiert ist von Staub und Schweiß und Blut; der sich tapfer bemüht; der irrt und wieder und wieder scheitert; der die große Begeisterung kennt, die große Hingabe, und sich an einer würdigen Sache verausgabt; der, im besten Fall, am Ende den Triumph der großen Leistung erfährt; und der, im schlechtesten Fall des Scheiterns, zumindest dabei scheitert, dass er etwas Großes gewagt hat…“

– Theodore Roosevelt

Dieses Zitat hat mir immer wieder geholfen zu sehen, was ich gewonnen habe: Die Erfahrung in der Arena zu spielen. Mein Leben in die Hand zu nehmen, etwas Großes zu wagen und nicht nur anderen dabei zuzusehen. 

Ja, wir sind gescheitert. Aber wir sind nicht nur gescheitert. Trotz unseres Scheitern – oder vielleicht auch wegen des Scheiterns – haben wir gewagt und gelernt. All die Freude, all die kleinen Erfolge, all das Loslassen, all das Aufbauen, all das ist nicht „nichts“, weil es früher vorbei war als geplant. Und aus all dem „ganz anders“, „zu schwierig“ und „zu früh vorbei“ ist ein Buch entstanden. Mein Buch „Weit weg, zu mir zurück“, das den ganzen Weg beschreibt, von der Entscheidung loszugehen bis zu dem Zeitpunkt an dem alles zu Ende war. Und nun sehe ich dabei zu, wie aus meinen Herausforderungen eine Ressource für andere Menschen wird. Ich bekommen Briefe und Nachrichten, in denen Menschen mir schreiben, wie sie Hoffnung und Mut schöpfen durch das Licht, dass durch die Risse meiner Brüche scheint. 

Und letztens durfte ich ein ehrliches und offenes Interview mit Jennifer Pepper aufnehmen, in dem ich erzählt habe, wie ich meine Berufung nach dem Scheitern wieder in die Hand genommen habe. Wie ich mich durch diesen „krummen“ Lebenslauf in biblisch guter Gesellschaft empfinde und was ich meine, wenn ich sage „mir etwas zur Berufung machen“. Außerdem erzähle ich ganz praktisch, wie ich das im Alltag als Mama von vier Kindern umsetzte.

Wenn du magst, melde dich doch gern hier kostenlos zum „Lass es Leuchten Kongress“ an und sieh dir meins und viele andere ermutigende Interviews zur Ermutigung von jungen Müttern, die ihre Berufung leben wollen.

2 Antworten auf „Wie ich heute mit meiner gescheiterten Berufung umgehe

  1. Wow, ich liebe es, wie Du ehrlich teilst & mich immer wieder ermutigst nicht stehen zu bleiben, sondern mit Gott Großes zu wagen.

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