Ich fühle mich im Moment immer wieder ziemlich unter Druck. Mancher ist vielleicht selbst gemacht, anderer kommt durch die Unsicherheiten der Pandemie und wieder anderer einfach durch einzelne Beziehungen und private und berufliche Situationen in denen einfach viel zusammen kommt. Und dann ist mir alles zu viel und mein Körper beginnt Stresssymptome zu zeigen. Mein Auge zuckt, meine Nerven liegen blank und aus meinem Mund kommen lautere und ungeduldigere Worte als gewollt. 

Doch vor Jahren habe ich einmal eine Predigt von Steven Furtick gehört und die ist hängen geblieben. Drei Punkte, die ich mir in Erinnerung rufe, wenn das Leben mich zu erdrücken scheint, wenn ich unter dem Druck aufgeben will, mich bemitleide und Dingen nachgeben will, die eigentlich nicht zu mir passen – nur um dem Druck zu entweichen. 

Denn es gibt Druck, von dem man sich erholen muss. Es gibt Momente, da muss man einfach aussteigen und sich ausruhen. Und dann gibt es Situationen in denen das einfach nicht möglich ist. Niemand von uns kann aus der Pandemie aussteigen. Manchmal fühlt man sich wie eingeklemmt unter diesem Druck – so geht es mir. Und dann erinnere ich mich an diese drei Punkte. Du kannst gern nur die Überschriften lesen und dir dann die originale Predigt anhören, oder du liest weiter, wie ich diese Punkte fülle. Hauptsache du gibst nicht auf, wenn du unter Druck stehst. Vielleicht liegt hier deine Freiheit!

  1. Ich war hier schon einmal

Wenn ich denke, dass ich das nicht mehr schaffen kann, dass es jetzt zu viel ist, erinnere ich mich daran, dass ich das schon oft gedacht habe. Und, dass ich immer noch da bin. Und ich bin stärker als zuvor. 

Ich erinnere mich an Zeiten in denen wir jeden Euro umgedreht haben und jede Rechnung uns das Herz in die Hose rutschen ließ. Ich war da schon einmal. Und ich habe da gelernt, mit Geld umzugehen.

Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich mir um eins oder mehrere meiner Kinder so große Sorgen gemacht habe, dass ich einfach nicht mehr wusste, wie das weitergehen soll. Ich war da schon mal und wir sind immer noch hier und ich habe drei tolle Kinder.

Ich erinnere mich, wie wir unsere Jobs kündigten ohne feste Zusagen für den nächsten zu haben, wie wir auf eine ungewisse Zukunft in Äthiopien zusteuerten. Wir waren da schon mal. Und ich bin daran gewachsen.

Denkst du es geht nicht mehr? Vielleicht hilft es dir, wie mir, dich an Situationen zu erinnern in  denen do schon einmal an dem Punkt warst.

 

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2. Ich bin nicht so wichtig

Manchmal denke ich, dass die Welt zusammen bricht, wenn ich es nicht zum Geburtstag meiner Freundin schaffe, wenn ich nicht bald nach Äthiopien reise, wenn ich die Deadline nicht einhalte… die Liste könnte endlos weitergehen. 

Steven Furtick sagt, er spiele dann gern das Worst-Case-Scenario durch. Zum Beispiel wenn er Angst hat am nächsten Sonntag auf der Bühne zu predigen. Er stellt sich dann vor, dass er es einfach nicht tut – und dann würde es jemand anderes tun. Und selbst wenn er es in der Woche darauf nicht tun würde, würde es jemand anderes tun. Ich finde das so befreiend!

Und wenn ich morgen nichts mehr tun würde und mich nach Hawai absetzte und die Hängematte mein neues zu Hause wäre – die Welt würde sich weiter drehen. Vielleicht würden es weniger Menschen bemerken, als ich jetzt vermuten würde. Ja, das ist demütigend. Und in genau dieser Demut liegt die Freiheit, das Leben leichter zu nehmen. 

Denkst du, dass sehr viel an deinem Handeln und deinen Entscheidungen hängt? Machst du dir schnell Stress? Nimmst du dich, wie ich, viel zu oft zu wichtig? Lass dir in aller Freundlichkeit gesagt sein: Du bist nicht so wichtig. Und das ist gut so.

 

 

 

3. Besser unter Druck

Druck bringt die schlimmsten, aber auch die besten Dinge aus uns hervor. Unter Druck kommen wir an die Grenzen, die wir mit Gottes Hilfe überwinden können. Unter Druck wachsen wir. Und unter Druck wächst unsere Abhängigkeit von Gott und damit unsere innere Freiheit.

Und hier kommt jetzt ein bisschen Theologie zum Abschluss. Denn unter Druck hilft mir persönlich kein Self-help, kein „Du schaffst das schon“ und irgendwann kommen die best gemeintesten und umgesetzten Ratschläge an ihre Grenzen. Unter Druck – also ich meine, so richtig unter Druck – hilft mir nur mein Gott. Also, los gehts:

Vor dem Auszug den Volkes Israel mit Mose aus der Sklaverei in Ägypten, entstand erst großer Druck, es vergingen viele Jahre und ihnen widerfuhr große Ungerechtigkeit bevor die Freiheit kam. Aber sie kam! Wenn deine Situation gerade hart ist, erinnere dich, du bist noch nicht am Ende. Deine – keine – Situation ist hoffnungslos. 

Daniel wurde nicht vor der Löwengrube gerettet, sondern in der Löwengrube. Hätte Gott ihm das ersparen können? Sicher. Verstehen wir warum er es nicht tat? Nein. Aber hatte Daniel hinterher ein größeres Vertrauen in Gott, bessere Geschichten zu erzählen und ein Erfahrung, die ihn in zukünftigen Zeiten der Gefahr an Gottes Größe erinnern würde? Ganz bestimmt. 

Joseph, der unschuldig im Gefängnis saß, sagte hinterher: „Ihr wolltet mir Böses tun, aber Gott hat Gutes daraus entstehen lassen. Durch meine hohe Stellung konnte ich vielen Menschen das Leben retten.“ (1. Mose 50,20) Denn das ist die Wahrheit, selbst wenn dir richtig böses und unfaires begegnet, kann Gott daraus etwas Gutes machen. 

Und ja, auch Jesus stand unter Druck. Gott persönlich unter Druck, so dass er Blut schwitzt. So sehr, dass er betete, ob es irgendeinen anderen Weg gäbe, dass „dieser Kelch“ an ihm vorbei geht. Im Garten Gethsemane (übersetzt: Olivenpresse). Unter großem Druck, wurde unsere Freiheit gewonnen. Vielleicht ist der Ort den größten Drucks auch der der größten Freiheit?

Denn wenn du unter Druck bist, hast du nichts falsch gemacht sondern bist bei Gott in guter Gesellschaft. Denn oft befreit Gott uns unter Druck und nicht vom Druck. Und wie das Olivenöl nur gewonnen wird, wenn die Olive unter großen Druck gesetzt wird, so werden auch manche Wachstumsprozesse in uns nur möglich, wenn wir unter großem Druck sind. Mit Gott an unserer Seite ist es möglich, dass wir unter Druck nicht zusammen brechen, sondern besser werden. Dass wir zu Orten wachsen, die wir vorher nie betreten hätten. Orte an denen wir loslassen und Gott lassen.

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