Vor einigen Monaten durfte ich Melanie Carstens auf meinem Sofa begrüßen. Eigentlich wollten wir ganz offiziell und wichtig über Zeitungsartikel und Autorendasein sprechen, denn sie ist die Chefredakteurin der JOYCE, die Zeitschrift in der letztens mein erster Artikel erschienen ist. Aber unser Treffen war so gar nicht offiziell. Melanie wohnt um die Ecke und kam netterweise mit einer Tüte Franzbrötchen zu Besuch, als die Kinder schliefen. Umkompliziert, freundlich, gebildet, warmherzig und total unterstützend verbrachte Melanie die Mittagspause mit mir. Was ich besonders an ihr schätze ist, dass anderen Autorinnen so viel Raum bietet zu schreiben und sich auszudrücken. Sie könnte sich ja auch selbst in den Vordergrund drängen, tut sie aber nicht. Sie unterstützt, ermutigt und schafft dabei ein wunderschönes Magazin und ganz nebenbei noch dieses tolle Buch!

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Deshalb freue ich mich, sie heute zwar nicht in meinem Wohnzimmer aber auf meinem Blog begrüßen zu dürfen! Ganz besonders hat mir dieser Text aus dem Buch gefallen:

Erst das Vergnügen

In meiner Herkunftsfamilie galt die Regel: „Erst die Arbeit – dann das Vergnügen.“ Dieser Satz hat mich sehr geprägt. Das meine ich durchaus erstmal positiv: Ich habe bis heute eine gute Arbeitsmoral und schaffe eine Menge. Ich „arbeite“ auch gern. Aber diese Prägung hat auch eine Schattenseite: Ich tue mich schwer damit, mir auch „das Vergnügen“ zu erlauben. Zur Ruhe zu kommen. Denn irgendwie gibt es immer was zu tun…

Der Sabbat ist ein Geschenk, dessen Segen nirgendwo anders zu finden ist.

Lynne Baab

Darum ist es für mich eine erstaunliche Entdeckung, dass im biblischen Schöpfungsbericht die Reihenfolge von „Arbeit und Vergnügen“, von Arbeit und Ruhe, geradezu umgekehrt wird. Nach 1 Mose 1,26-2,4 startet der Mensch in sein Erdendasein nicht mit der Arbeit. Gott hatte bereits die gesamte Schöpfung ins Leben gerufen. Als letztes kommt der Mensch. Der findet sich in einer komplett eingerichteten Welt vor und beginnt seine Existenz mit – einem Ruhetag! Mit dem Vergnügen also! Ja, er bekommt auch einen Arbeitsauftrag. Aber dessen Umsetzung hat Zeit. Denn Gott vollendet sein Schöpfungswerk, indem er ruht und den Tag der Ruhe besonders segnet und heiligt. Und obwohl der Mensch dazu bisher keinen Beitrag geleistet hat, ist er eingeladen mit zu ruhen… 

Dahinter steckt eine wichtige geistliche Botschaft für mich. Die Grundlage meines Menschseins als Geschöpf Gottes besteht nicht in meiner Leistung oder meinem Tun, sondern liegt in Gottes Einladung zu sein: „Alles, was du brauchst, ist da. Freu dich an mir und lass uns Zeit miteinander verbringen. Genieß das, was ich Gutes geschaffen habe. Ich versorge dich. Komm zur Ruhe und vertrau mir. Mit der Arbeit kannst du morgen beginnen…“ In Gottes Familie gilt also die Regel: „Erst das Vergnügen und dann die Arbeit.“ 

Darum ist der Sonntag als wöchentlicher Ruhetag für mich die Chance immer wieder zu entdecken, was Gnade bedeutet: Der wahre Grund meines Seins liegt nicht in meiner Arbeits- oder Lebensleistung, sondern darin, dass ich bedingungslos geliebt und angenommen bin von meinem himmlischen Vater und Schöpfer. Ihm genügt es einfach, dass ich da bin.

Dieser wunderbare Text ist aus dem Buch „Die Suche nach dem Sonntag“, herausgegeben von Melanie Carstens. Den Text hat Anja Gundlach geschrieben. Sie arbeitet als Referentin und Redakteurin beim Bibellesebund und lebt mit ihrer Familie in Wetter.

Und jetzt kommt noch das Sahnehäubchen: Wer unter diesem Artikel, auf Instagram oder Facebook einen Kommentar hinterlässt, hat die Chance dieses tolle Buch nächste Woche im Briefkasten zu haben. Wer den Artikel teilt, hat gleich doppelte Chancen. Die Verlosung endet am Sonntag den 24.09.17.

 

4 replies on “Buchtipp // Die Suche nach dem Sonntag

  1. Liebe Sarah,

    dass in Gottes Familie die Regel gilt „Erst die Freude und das Vergnügen, dann die Arbeit“ ist ein toller Gedanke, der wirklich durch und durch von Gnade spricht. Und er ermutigt mich auch, den Sonntag (und nicht den Montag) wieder mehr als den ersten Tag der Woche wahrzunehmen, wie es ja in der alten Tradition der Fall war, und was in unseren modernen Kalendern irgendwie verloren gegangen ist.
    Gerne würde ich noch weiter in dem Buch schmökern – vielleicht hab ich ja bei deiner Verlosung Glück.
    Liebe Grüße und für dich und deine Familie morgen einen vergnügten Sonntag, the

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  2. Liebe sarah, zuerst danke für deinen inspirierenden blog, ich lese ihn seit einigen monaten mit viel freude und gewinn. Mein mann und ich, wir haben drei kleine kinder und immer wieder ringen wir darum, wie wir den sonntag gestalten können, damit alle von dieser göttlichen gnadenoase der ruhe profitieren. Das buch tönt verlockend, am liebsten würde ich gleich mit einer tasse kaffee darin blättern, lesen und geniessen. Liebe segensgrüsse aus der schweiz, damaris

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