Das hätte auch mein Mann sei können. Oder ich. Gestern war es Deutschland, heute ist es meine Berufsgruppe – und wieder rückt der Terror ein bisschen dichter an mich heran.

 
Ich war heute bei Sonnenschein mit meinen Kindern im Zoo und hab Eis gegessen und gelacht (und geschimpft – ganz selten). Wir haben Affen und Elefanten gefüttert und jetzt sitze ich gemütlich bei Kerzenschein auf meiner geliebten Terrasse. Kein guter Tag um übers Ermordet werden nachzudenken. Aber man kann sich nicht alles aussuchen.

 

 

Schon vor einiger Zeit hab ich irgendwie für mich überlegt ob meine Kinder eigentlich „im Krieg“ aufwachsen. Meine Oma kann diese Fragen ganz einfach mit „Ja“ beantworten, meine Eltern sagen ganz klar „Nein, unsere Kinder wurden im Frieden geboren“. Aber was sagen wir? Ja, das ist Terror, kein Krieg in dem Sinne wie es früher war. Aber ist es weniger wahrscheinlich, dass meine Kinder früher als normal mit dem Tod, Waffen und Hass konfrontiert werden? Ich bin mir leider nicht sicher.

Es gibt einen „Witz“ der (besonders heute) gar nicht witzig ist: Stürmen bewaffnete Männer in einen Gottesdienst und rufen: „Alle die an Jesus glauben werden jetzt erschossen! Alle anderen, raus hier!“ Über die Hälfte der Gottesdienstbesucher flieht. Die Männer legen ihre Waffen nieder und ziehen die Verkleidung aus. Der Pastor sagt: „Na dann können wir jetzt ja mit dem Gottesdienst beginnen.“

Es ist nicht witzig. Eher zynisch und grausam. Besonders heute. Und trotzdem muss ich heute daran denken. Öfter. Würde ich fliehen? Ist es mir das wert? Im Angesicht einer Waffe hinterfragt man doch seine Entscheidungen nochmal, oder?

In solchen Momenten bin ich froh, vorgewarnt worden zu sein. Die Bibel macht nämlich kein Geheimnis daraus, dass einen diese Überzeugung das Leben kosten kann. Ich glaube nämlich, dass es in der Bibel nicht so oft um Krieg geht, weil Gott so darauf steht, sondern, weil er weiß wie sehr einige Menschend leider darauf stehen und weil die Bibel für das reale Leben und nicht für eine Traumwelt geschrieben ist – aber das führt jetzt wohl zu weit…

Also, würde ich rennen? Renne ich jetzt? Macht mir das alles genug Angst um meine Entscheidung mit Jesus zu leben zu bereuen?

Nein.

Niemand anders als Jesus kann mir auch im Angesicht von Hass und Terror noch Hoffnung geben. Nur der Glauben allein hilft mir jetzt keine (oder weniger) Angst zu haben. Wenn nicht jetzt, wann bräuchte ich ihn mehr!? Der Glaube, dass es nach diesem Leben einen Ort voller Frieden und Freude gibt. Das Vertrauen, dass es Gerechtigkeit – auch für die Täter – gibt, die die Fähigkeiten der Justiz übersteigt. Und die Gewissheit, dass Licht immer stärker ist als Dunkelheit, dass nur Liebe Hass besiegen kann. Was wäre ich ohne das?

Ich will nicht sterben. Ich liebe mein Leben und ich liebe die Menschen mit denen ich es leben darf. Aber ich möchte nicht ohne Jesus leben und nicht ohne Jesus sterben, auch wenn ein Priester ermordet wurde und auch wenn das ich sein könnte.

Ich werde nicht hassen und ich werde keine Angst haben. Wir alle werden morgen aufstehen und unser Leben leben – ihr könnt uns töten, aber ihr könnt uns nicht unser Leben nehmen.

Nutzt jede Gelegenheit in diesen üblen Zeiten Gutes zu tun (Die Bibel, Epheser 5:16) und lasst Liebe die letzte Tat sein, die die Welt erschüttert!

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