…warum ich mehr als überleben will!

 

Ich würde sagen, es gibt zwei Sorten von Menschen: Manche Menschen leben und andere überleben. Ich meine nicht, einen Terroranschlag, einen Autounfall oder eine schlimme Krankheit. Nein, manche Menschen überleben das Leben. Sie kommen gerade so durch, schaffen es irgendwie ans Ende. Man hat das Gefühl sie sind permanent an ihren Grenzen, kämpfen immer mit sich selbst, wissen nicht warum sie morgens aufstehen und sind konsequent unzufrieden.

Ich wünsche mir zu der anderen Sorte Menschen zu gehören. Zu denen die leben! Sie wissen, dass sie nicht ohne Sinn und Ziel aufwachen. Sie sind angetrieben von einer Energie, die ihnen erlaubt mehr zu sehen als den Alltag und die Arbeit die vor ihren Füßen liegt (oder in ihren Emailfächern, oder Wäschekörben oder Waschmaschinen…). Sie machen auch Fehler, wahrscheinlich sogar mehr als die Überlebenden, aber sie verzweifeln nicht. Sie riskieren und versuchen es noch einmal. Sie strahlen Lebensmut und Euphorie aus. Man ist gerne bei ihnen und mit ihnen zu reden ermutigt einen selbst mehr zu leben. Diese Menschen sind in ihrem Element, sie kennen ihre Bestimmung. Sie überleben das Leben nicht nur, sie leben es.

Der Sinn des Lebens ist Leben. Das war’s. (Casper)

Letztens unterhielt ich mich mit einer Bekannten und sie sagte mir, sie sei noch nie in ihrem Leben gerne zur Arbeit gegangen. Das hat mich irgendwie nicht mehr losgelassen – was für eine traurige Erkenntnis.  Da fiel mir dieses Video ein:

 

 

 

In klugen und einfachen Worten erklärt hier der humorvolle Doktor, was ich mit meiner ganzen Seele glaube: Niemand von uns ist umsonst hier. Niemand zufällig. Niemand ohne Sinn. An Zufälle können meinetwegen andere glauben – ich nicht. Ich glaube jede von uns hat eine Bestimmung.

Manchmal fühle ich mich ganz schön klein. Ich sehe was andere bewegen, können und tun. Ich vergleiche mich und werde dabei immer kleiner.  Aber heute Morgen habe ich mich mal anders verglichen. Mir wurde beim Frühstücken bewusst wie privilegiert ich bin. Als ich in mein leckeres Erdbeer-Sanddron-Marmeladen-Croissant gebissen habe, das gleich neben meinem Caramel-Macchiato lag. (Ja, so sieht mein perfektes Frühstück aus! Loved it!) Ich gehöre wohl zu den 10 reichsten Prozent der ganzen Erde. Ich habe etwas zu trinken, viel mehr als nur sauberes Wasser. Ich habe einen Schul- und Hochschulabschluss, ich habe eine Wohnung, Einkommen, gesunde Kinder, Zugang zu Ärzten und Supermärkten. Ich habe so viel mehr als die meisten Menschen auf dieser Welt und ich habe eine Stimme. Wir Frauen und Männer hier in Deutschland – wir haben alles was wir brauchen (ich hoffe ich trete dir damit nicht zu nahe) und viel mehr, oder?

 






Aber es fehlt uns leider auch ganz oft an etwas. Etwas, das noch wichtiger ist als der Reichtum und die materielle Sicherheit die wir haben. Es fehlt uns an Sinn. Und wenn man viel hat, aber alles sinnlos ist, dann überlebt man trotzdem nur.

Derjenige, der meinem Leben Sinn gegeben hat, sagt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Und ich glaube, dass er damit einen Schlüssel zu einem Leben mit Sinn anspricht. Unsere Bestimmung finden wir nicht auf der Suche nach Selbstverwirklichung.

Ich glaube, zu Leben heißt zu lieben.

Unsere Bestimmung finden wir, wenn wir uns fragen: Was kann ich anderen tun? Welche Aufgabe habe ich, damit es anderen besser geht? Wo braucht mich diese Welt? Wo kann ich einen Unterschied machen? Wen kann ich lieben?

Ich liebe es Menschen zu helfen und einen Unterschied in ihrem Leben zu machen. Aber, wenn ich mal ehrlich bin, meistens erst hinterher. Vorher fehlt mir oft der Mut und die Zeit und die Motivation. Zum Glück habe ich aber schon so oft die Erfahrung machen dürfen, dass es sich lohnt mir Zeit zu nehmen, Mut zu fassen und meinen Schweinehund zu überwinden! Und so sehr sich ein Abend mit meiner Lieblingsserie verlockend anhört, so leer lässt er mich hinterher. Und so sehr ich mich auch motivieren muss einen Abend mit Jugendlichen zu verbringen um ihnen Mut zu machen – so sehr weiß ich hinterher, dass es das wert war!

Und dann, wenn ich mich nach einem Überleber-Dasein sehne. Wenn mir das bequemer und angenehmer vorkommt – dann frage ich mich, was ich erzählen will, wenn ich mal alt und grau bin. Und dann will ich sagen können: Ich habe gelebt! Ich war nicht umsonst hier – ich habe einen Unterschied gemacht. Gut, dass ich hier war. Ich habe gelebt.

 

 

Ich schreibe das hier nicht um mich selbst irgendwie öffentlich zu reflektieren (obwohl ich manchmal das Gefühl habe, ich profitieren mehr vom Schreiben als alle Leser) oder zu sagen, ich wüsste es alles besser. Ich schreibe um dir den Mut zu machen der mir oft fehlt. Und ich hoffe, dass du in deinem Alltag ein bisschen Zeit finden kannst deinen Weg zum Leben zu finden. Denn „one day baby you’ll be old…!“ und dann wünsche ich dir, dass du sagen kannst: Ich habe gelebt! Ich war nicht umsonst hier – ich habe einen Unterschied gemacht. Gut, dass ich hier war. Ich habe gelebt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s