Morgen ist es soweit, „Frauen, die keinen Punkt machen, wo Gott ein Komma setzt“ wird in den Büchläden stehen und morgen seinen Weg in hunderte Briefkästen von Vorbestellern finden. Wow! Ich bin echt aufgeregt und so dankbar und überwältigt, wie viel positives Feedback und interessierte Fragen ich bisher bekommen habe.

Während ich das schreibe, sitzt eins meiner Kinder hörspielhörend neben mir und das andere schläft. Ja, ich bin eine #workingmom. Und ich weiß noch, wie ich nach meiner ersten Elternzeit das Bedürfnis hatte, mich bei meinem Vorgesetzten zu entschuldigen, dass er nun mit so einer zweitklassigen, inflexiblen und eingeschränkten Mitarbeiterin Vorlieb nehmen müsste. Wie sehr ich mich geirrt habe, lest ihr hier in ein paar Zeilen SneakPeak aus dem Buch:

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Über 90 Prozent aller Männer in Top-Positionen sind verheiratet und haben Nachwuchs. Dagegen haben 40 Prozent aller Frauen, die Karriere machen, keine feste Partnerschaft und keine Kinder. Ich selbst war lange Zeit der Meinung, dass es für Unternehmer unfair ist, dass sie eine Frau im Bewerbungsgespräch nicht fragen dürfen, ob sie schwanger ist. Theoretisch könnte jede Frau zwischen zwanzig und vierzig, die in einem Bewerbungsgespräch sitzt, schwanger sein. Ich überlegte mir daher, dass ich lieber einen Mann einstellen würde, der mit hundertprozentiger Sicherheit nicht schwanger ist, wenn ich Unternehmerin wäre. Das ist eine ganz rationale unternehmerische Meinung. Gewesen. Denn seitdem ich selbst Mutter bin, würde ich Schwangeren und Müttern vielleicht sogar den Vortritt gewähren. Nicht aus Mitgefühl oder Sympathie, sondern aus purem Egoismus, denn ich selbst bin eine bessere Managerin geworden, seitdem ich Mutter bin. Ich sehe die Welt mit anderen Augen und Menschen haben einen ganz neuen Wert für mich bekommen. Seitdem ich Kinder habe, weiß ich, wie sehr man einen Menschen lieben kann, und ich bin überzeugt, dass jeder Mensch gleichwertig und gleich würdig ist. Weil ich meine Kinder so sehr liebe, denke ich, dass jeder andere Mensch die gleiche Wertschätzung verdient wie sie. Obwohl ich im Alltag weit hinter diesem Standard zurückbleibe, ist mein grundsätzliches Empfinden über den Wert meiner Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten gestiegen.

Außerdem bin ich durch den Alltag mit zwei Kleinkindern unglaublich an die Grenzen meiner Managementbegabung gestoßen und über mich hinausgewachsen. Die Notwendigkeit meiner Fürsorge, meine Unersetzlichkeit und die Hingabe zu meinen Kindern haben mich dazu gebracht, Predigten in zwei Stunden vorzubereiten und nach nur vier Stunden Schlaf Leiterseminare abzuhalten, auf denen ich mich alle vier Stunden auf der Toilette versteckte, um meine überfüllten Brüste durchs Abpumpen der Muttermilch zu erleichtern. In meinem Kopf laufen, seitdem ich Kinder habe, immer mehrere Fenster nebeneinander, ich bin in ständiger Alarmbereitschaft und denke an so viele Details wie nie zuvor. Haben wir ganz sicher das Lieblingsschnuffeltuch von Nova eingepackt? Und Feuchttücher? Haben wir Wechselkleidung dabei? Gibt es einen Babysitter für unser Date in zwei Wochen? Reichen die Windeln noch übers Wochenende? Durch all diese ständig offenen Fenster auf meinem inneren Desktop bekomme ich neben neuen Multitasking-Fähigkeiten eine gesunde Distanz zu meinem Job. Denn plötzlich gibt es wichtigere Dinge als den beruflichen Erfolg und diese Erkenntnis heilt mich von falschem Ehrgeiz und den unüberlegten Entscheidungen, die daraus resultieren.

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Vor einiger Zeit stellte ich die Frage, ob Mütter bessere Manager seien auf meinem Facebook-Account. Eine Frau ohne Partner und Kinder antwortete entschieden mit Nein, Managerqualitäten seien ausschließlich begabungsabhängig. Doch es geht mir bei der Frage „Sind Mütter die besseren Manager?“ gar nicht darum, ob Mütter bessere Manager als andere Frauen oder Männer sind. Vielmehr ist die Frage, ob eine Frau dadurch, dass sie Mutter wird, ihre Managementqualitäten und Begabung ausbaut und verbessert.

Ich bin überzeugt, dass jede Frau ihre Managementfähigkeiten ausweitet, wenn sie Mutter wird. News.at fragt, worin der Unterschied zwischen der Organisation einer Geburtstagsparty für Kindergarten-Kinder und der eines Business-Events besteht. Abgesehen von Thema und Publikum gibt es praktisch keinen. Für beides muss der geeignete Termin und der passende Ort gefunden und eine Gästeliste erstellt werden. Und so werden auch Frauen, die vorher keine Unternehmen geleitet haben, im Angesicht von Indianer-Partys, Stopptanz und Schokokuss-Wettessen zu ausgezeichneten Topmanagerinnen.

Eine Mutter „kann vorausschauend planen und organisieren, behält ihr Budget stets im Auge und weiß mit ihren finanziellen Mitteln ziemlich effektiv auszukommen, ist es gewohnt, die Erwartungen anderer zu berücksichtigen, und kann dementsprechend kreativ denken. Sie ist innovativ und phantasievoll, weiß, wie und an wen sie diverse Arbeiten delegieren kann, reagiert flexibel auf unvorhergesehene Situationen, hat Führungsqualitäten, verfügt über jahrelange Erfahrung, was Gruppendynamik und Teamwork anbelangt, und ist Meisterin in der Konfliktbewältigung.“ Die Autorinnen Petra Preis und Sylvia Rothblum, beide erfolgreiche Business-Frauen und engagierte Mütter, betonen in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Mütter sind die besseren Manager“, es komme bloß darauf an, diese Leistung für die Karriere zu nutzen. Wichtigste Voraussetzung dafür sei mehr Selbstbewusstsein. Konkret bedeute dies, Mütter sollten von sich und den eigenen Fähigkeiten überzeugt sein. Leider würden jedoch viele Mütter, die sich zwecks Kinderbetreuung eine berufliche Auszeit genommen haben, dazu neigen, sich selbst abzuwerten und als Nur-Mutter oder Nur-Hausfrau zu bezeichnen.

Als ich nach meiner Elternzeit in Teilzeit wieder in meinen Beruf einstieg, ging mir der Job, den ich vor der Schwangerschaft oft als sehr anstrengend, belastend, überfordernd und stressig empfunden hatte, wesentlich leichter von der Hand als je zuvor. Nachdem ich mich an den Gedanken gewöhnt hatte, meine Kinder für einige Stunden von anderen vertrauenswürdigen Menschen betreuen zu lassen, begann ich sogar, mich richtig auf die Arbeitstage zu freuen. Nicht, nur weil mir die Arbeit Freude machte, sondern auch, weil ich den Eindruck hatte, die Zeit auf der Arbeit sei entspannend. So merkwürdig das klingt, aber mein Stresslevel, meine Alarmbereitschaft und der damit verbundene grundsätzliche Adrenalinspiegel sanken gewaltig, sobald ich das Büro betrat. Ich hatte nicht an Motivation verloren und die Qualität meiner Arbeit nahm nicht ab, ich hatte im Gegenteil durch meine Kinder an Belastbarkeit, Multitasking-Fähigkeiten und Gelassenheit zugenommen.

Wer neugierig ist und noch mehr hören will oder einfach mal live in die Runde meiner Freunde gucken will, kann gern morgen, am 4. Juni um 18:15 Uhr auf Instagram oder Facebook live die Releaseparty mit anschauen. Ich finde, ihr sollt einfach auch dabei sein können – ihr als meine Leserinnen seid einfach ein so großer Teil der Entstehung dieses Buches! Es gibt auch einen Q&A Teil bei dem auch die Online-Besucher mitreden dürfen. Ich freue mich schon sehr!

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7 Antworten auf „Warum Mütter im Beruf besser sind

  1. Danke für deine Preview und die darin enthaltene Einschätzung von Müttern und ihren erweiterten Fähigkeiten. Ich erlebe das auch so. Bei mir ist es oft so, dass ich für Probleme, für die es keine Lösung zu geben scheint (mit den Kindern, organisatorisch, zeitmäßig usw.) nach langen drauf herum kauen plötzlich auf interessante Lösungswege stoße. Ich glaube, dass das durch die Herausforderungen mit den Kindern entstand. Von der Zeit davor war es mir nicht so bewusst. 🙂

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  2. Hey Du.
    Verschlinge gerade dein Buch 🙂
    Und werde es zum Anlass nehmen im Müttertreff vorzustellen und damit Anstöße zum Gespräch bieten.
    Vielen Dank für Deine Gedanken

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  3. Dass wir managen können und durch das Erlebnis, Mutter zu werden auch die Relativität aller Dinge so sehr erkennen, dass wir den beruflichen Alltag lockerer nehmen, ist klar. Dass wir auf Grund der stärkeren Vernetzung der beiden Gehirnhälften i.A. besser multitasken als Männer, auch. Allerdings bezahlen auch wir die Rechnung für das Multitasking, denn gesund ist es weder für Männer noch Frauen. Am wichtigsten ist im Endeffekt wohl, dass wir in unserer beruflichen Rolle Frauen bleiben und nicht durch Anpassung an die Männerwelt im Business die Chance vergeben, weibliche Einflüsse in den Lauf der Welt einzubringen.

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  4. Wir können die Dinge ändern, indem wir sie der nächsten Generation vorleben. Und dass dieses Thema Eingang in Bücher und Blogs gefunden hat, ist ein wichtiger Schritt. Der nächste kann sein, dass Gleichberechtigung ein Selbstverständnis entwickelt, das Männer Männer sein lässt und Frauen Frauen. Vermännlichte Frauen und verweiblichte Männer sind ein trauriges Nebenprodukt vieler wichtiger Errungenschaften der Gleichberechtigung.

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