Ich will gar nicht groß drum herum reden. Es ist wie es ist, das Internet kann uns kaputt machen. Muss es nicht, aber kann es. Es kann Segen und Fluch sein. Alles kann uns kaputt machen, egal wie toll es eigentlich ist. Sport kann uns gut tun, doch wenn unser Glück daran hängt und wir nicht mehr ohne können, kann er uns kaputt machen. Ein Partner kann und gut tun, doch wenn all unser Selbstwert von der Bestätigung unseres Partners abhängig ist, kann uns eine Beziehung auch kaputt machen – und unseren Partner gleich mit. Essen kann uns gut tun, doch wenn aus Essen Fressen wird oder aus gesunder Ernährung Magersucht, dann macht uns Essen kaputt.

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Und manchmal macht Instagram mich kaputt. Ich sehe all die Kinder, in Biobaumwolle und super stylisch gekleidet und ich freue mich nicht daran, sondern will selber mehr. Ich sehe all die Fitnessmoms mit ihren flachen Bäuchen und all die Angebote auch eine von ihnen zu werden. Und all die veganen zero-waste Families erzählen mir, ich könnte die Welt verbessern, wenn ich nur nichts mehr in Verpackungen kaufen würde. Und dann geht es immer und immer wieder im Deko, gut in Szene gesetztes Essen, modische Kleidung und Snacks in #verpackungsopfer Outfits. Und ich selbst bin ja mitten drin im Blogger-Dschungel. Ich teile auch Dinge die mich glücklich machen und manchmal sind diese Dinge auch oberflächlich. Aber ich muss ehrlich sagen, manchmal kann ich mir das nicht mehr antun. Manchmal wird aus hübschen, netten Dingen, eine große, hässliche Konsumfalle. Manchmal habe ich das Gefühl, all diese Oberflächlichkeiten wirken wie Betäubungsmittel auf meine liebeshungrige Seele. Denn Instagram schafft es das ewige Hamsterrad von „Wenn-du-das-noch-hast-bist-du-endlich-glücklich-und-das-hier-auch-und-nur-noch-das-hier…!“ pausenlos am Laufen zu halten. Und ich sterbe. Ich werde wütend und ärgere mich, dass ich mir das eigentlich angucke. Und tue es doch. Ich gucke es mir nicht nur an, ich füttere meine Seele damit. Aber was hat es meinem Leben schon gebracht? Wie viele Lightboxes und schwarz-weiße-Autoteppiche muss ich mir eigentlich noch angucken bis ich endlich begreife, wie sinnlos das ist? Da ist so viel Konsum drin in meinem Handy und so wenig Seele. Da ist so viel Betäubungsmittel und so wenig Liebe. Da ist so viel „Du brauchst noch mehr!“ und so wenig „Du bist genug!“.

ABER NICHT NUR.

Denn da gibt es auch Leute, die mich wirklich inspirieren groß zu träumen, größer zu denken, Hoffnung zu schöpfen, weiter zu lieben, tiefer zu denken und größer zu leben! Da sind so viele Frauen voller inspirierender Leben und großartiger Bewegungen und mit ganz echten Kindern und wirklichen Problemen und tiefem Glauben. Und ich will, dass mein Leben voll von ihrem Einfluss ist! ich will, dass ihre Stimmen laut in meiner Seele sind und, dass Instagram mich immer wieder daran erinnert, dass es da drüben und da draußen diese Frauen gibt, die Seite an Seite mit ihr ihre Berufung leben und ihren Platz in ihrer Welt (und auf Instagram) einnehmen! Also frage ich mich immer häufiger, wenn ich mir die Profile in meinem Feed ansehe: Macht mich das glücklich oder abhängig?Sagen mir diese Botschaften, „Du brauchst mehr!“ oder „Du bist genug!“? Ist das hier der Stoff mit dem ich meine Seele füttern will? Und zum Glück, kann ich diese Frage auch oft mit „Ja, unbedingt!“ beantworten. Und das hier sind ein paar derer, die ich auf keinen Fall in meinem digitalen Alltag missen möchte:

Let’s be soul food not eye candy.

Da ist @annvoscamp mit ihren tröstenden und mutmachenden Worten, für traurige Seelen. Da ist @macymakesmyday mit ihren drei adoptierten Kindern, und einem bunten Mix aus ganz besonderen Kindern, die die coolsten Tänze tanzen und #theluckyfew sind. Da ist @taza, die es irgendwie schafft trotz professionellstem Blogging total sympathisch zu bleiben! Da ist @berlinmittemom, die einfach wahnsinnig berührende Texte schreibt und @urbanjunglebolg mit all ihren grünen Räumen, die mir jedes Mal Freude machen! Da ist @bobbiehuston mit ihrer inspirierenden Geschichte und unglaublich lustigem Humor, @sniequist, die mich immer wieder erinnert #presentoverperfect zu sein und @sallyclarkson mit ihrer großmütterlichen, warmen Art. Und wo sind eigentlich die ganzen deutschsprachigen Stimmen? Ich hoffe ich kann mal zu so einer werden, wenn ich groß bin =)

 

7 replies on “Social Media Overkill: Wie ich mit Instagram meine Seele belebe

  1. Liebe Sarah!
    Dein Social Media Instagram Post spricht mir so aus der Seele!!!!
    Wie oft frage ich mich: Julia WAS MACHST DU DA?
    Bin ich süchtig? Wo bleibt meine Zeit? Ich will das alles nicht mehr!!!!
    Aber ich sehe auch die Chance, immer wieder über das echte Leben und meine Nöte und Freuden, meine Beziehung zu Gott zu schreiben. Eine wie ich finde anstrengende Gratwanderung, die mir nicht immer gelingt.
    Für mich bist du schon eine der deutschen Stimmen!!!
    Und ich möchte auch eine sein, wenn ich groß bin! Wie oft ich genau diesen Satz schon gedacht habe😉

    Liebste Grüße von Julia

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  2. GuMo…das hast du wieder einmal einiges von dir Preis gegeben. Dein Gedankengut, deine ehrlichen Worte!! Es ist ein ernstes Thema womit du den Nerv der Zeit, meinen Nerv getroffen hast. Ich denke das ebenfalls oft!!!Danke für den Einblick in deine Gedanken. Ich für mich, werde mal social-media-fasten machen!!! Für mich, für meine Seele…
    Ich hoffe sehr das du hier weiterhin bestehen bleibst, ich lese so gerne von dir!!! Hab ein schönes We…

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  3. Liebste Sarah,
    Mir hilft es immer meinen Feed zu überarbeiten und nur die dabei zu haben, die mir gut tun und mich positiv inspirieren. Inhonorofdesign ist auch toll. Eine authentische Mama von 5 Kindern. Ich bin seit langem am überlegen ob ich mehr in diese social media Welt eintauche, aber bisher habe ich zu viel Respekt was das mit einem machen kann…

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      1. Definitiv! Das ist auch das was mich an deinem Post besonders berührt hat. Das es mutige deutschsprachige Frauen geben muss, die authentisch über ihr Leben schreiben. Das ist ein Herzensanliegen, was ich schon lange habe und du hast das nochmal bestärkt. Danke!

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