Im Herzen bin ich ein Dorfkind. Dort bin ich geboren und deshalb ist Kuhmist ein Wohlgeruch für mich. Und wenn ich Landstrasse fahre komme ich ins Schwärmen und Träumen von Bauernhöfen und Reiten durch idyllische Rapsfelder… aber neben all dem gibt es noch etwas was ich am Dorfleben mag: Ich mag, dass man sich auf der Strasse grüßt. Ich mag, dass ich als 4jährige allein zum Bäcker gehen konnte, weil alle denen ich auf dem Weg begegnete auf mich aufpassten. Ich mag, wenn man sich kennt.

Vermutlich lebe und liebe ich schon zu lange in Hamburg, sodass ich nicht so schnell wieder aufs Dorf ziehen würde. Aber die Anonymität hier finde ich schon manchmal etwas schade. Wie viele Menschen in dieser großen Stadt doch alleine sind! So viele alte Witwen sterben einsam in den Wohnungen neben, unter und über uns. So viele alleinerziehende Mütter wissen nicht wer ihnen helfen soll, weil die Oma weit weg wohnt. Und so viele Singles sitzen abends alleine auf dem großen Sofa. Das ist doch schade, in einer Stadt in der es so viele nette Menschen gibt, oder?

Ich selbst würde mich zum Glück nicht als einsam beschreiben. Und trotzdem ist es irgendwie schade, dass ich nicht weiß wie mein Nachbar heißt.

Anstatt diese Tatsache weiter zu bedauern habe ich vor einigen Wochen endlich gemacht was ich „schon immer mal“ machen wollte.

The most effective way to do it is to do it (Amelia Earhart)

Ich habe alle meine unbekannten Nachbarn zu einer Gartenparty bei uns hinterm Haus eingeladen. Das hat richtig Spaß gemacht! Ich habe geplant, geschrieben, gebastelt und dann tatsächlich meine kleinen Kärtchen in die Briefkästen verteilt. Dann wurde es auch irgendwie spannend – wird jemand kommen? Was denken die jetzt? Ist das verrückt? Und was wenn sie tatsächlich kommen?! Worüber reden wir dann? Ich hatte richtig Kribbeln im Bauch.

Und dann kamen langsam die ausgefüllten Antwortzettel zurück und ich traf hier und da mal jemanden. Alles positiv. Die Wertschätzung die ich mit den Karten weitergeben wollte, war anscheinend angekommen. Wie schön!

Am Tag selbst schien dann die Sonne. Wir stellten Grill, Fleisch und Getränke bereit und nach und nach trafen die Nachbarn mit mitgebrachten Beilagen ein. Wir waren schnell im Gespräch. Es kannte sich niemand, stellten wir fest, und waren irgendwie alle froh, dass sich das nun ändert. Einer holte noch seinen Küchentisch dazu, damit mehr Platz ist. Die Kinder zweier Väter, die übers Wochenende da waren, freundeten sich schnell an – „die schlafen dann heute bei dir“, grinste einer den anderen an. Und als wir abends die Zelte abbrachen waren wir uns einig: Das machen wir bald wieder!

Leider wird mir jetzt gerade bewusst wie spärlich es um meine Blogger-Qualitäten bestellt ist, denn eine gute Bloggerin hätte natürlich Fotos gemacht! Aber irgendwie war ich so aufgeregt und beschäftigt, dass das total untergegangen ist. So müsst ihr nun mit meinen Schnappschüssen leben…

Obwohl ich keine richtigen Fotos vom Abend habe, bin ich um viele nette Bekannte und eine Erfahrung reicher. Ich habe wieder einmal gelernt, dass es sich lohnt Mut zu fassen und einfach zu tun, was ich „schon immer mal“ machen wollte. Es lohnt sich die kleinen und großen Dinge die ich verändern kann, anzugehen und einfach zu tun! Diese Erfahrung ist mir wertvoller als jedes Foto vom Abend. Und vielleicht machst du ja bald selbst Fotos von deinem „schon immer mal“ – es würde mich freuen wenn dich meine kleine Party dazu motivieren könnte! Honey, let’s

Be the change you wish to see in the world (M. Ghandi)

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